Vulcano: Total digital

Sie bilden so etwas wie das Tor zur City: Die drei 80 Meter hohen, markanten Türme des «Vulcano» in Zürich Altstetten setzen mitten im ehemaligen Industriequartier ästhetische Massstäbe und verkörpern in bisher nicht gekannter Konsequenz das digitale Wohnerlebnis. Hier wird die Zukunft des urbanen Wohnens geübt. Und siehe da: Es funktioniert.

Vulcano Altstetten Zürich

Es beginnt bereits auf dem Besucherparkplatz vor dem Haus. Kaum hat man seinen Wagen abgestellt, wird er vom Sensor, der im Asphalt verbaut ist, erfasst, und der Ticker beginnt zu laufen. 30 Minuten sind gratis, danach kostet das Parkieren. Wer da genau zu Besuch kommt, kann das System zwar (noch) nicht feststellen. Dass und wie lange ein Auto auf dem Parkfeld steht, hingegen schon. Die Online-Vernetzung des Alltäglichen passt perfekt zur durch und durch digitalisierten Welt des «Vulcano».Mit den drei markanten Wohntürmen des Pariser Stararchitekten Dominique Perrault setzt die CSA Real Estate Switzerland, eine Anlagegruppe der Credit Suisse Anlagestiftung, als Besitzerin nämlich nicht bloss ästhetisch Massstäbe. Sie hat im Herzen von Zürich Altstetten ein für die Schweiz einzigartiges Konzept lanciert: das konsequent digitale Wohnerlebnis. Und das beginnt nicht erst mit dem Einzug der Mieterinnen und Mieter, sondern bereits viel, viel früher: beim Marketing.

Der Lebenszyklus einer Wohnung

Die knapp 300 Wohnungen des «Vulcano» wurden ausschliesslich digital vermarktet. Wer sich für «Vertical Living», also das Leben im Hochhaus, interessierte, musste zuerst die eigens dafür entwickelte und mittlerweile bereits preisgekrönte App downloaden. «Wir haben hier den ganzen Lebenszyklus einer Wohnung online», erklärt Erica Martin, die bei Credit Suisse Asset Management für das Projekt verantwortlich war. «Das beginnt bei der Bewerbung, führt über den Abschluss des Mietvertrags, umfasst anschliessend die Kommunikation zwischen Mieter und Vermieter sowie die Steuerung der gesamten Haustechnik und endet erst mit dem Auszug.» Dann nämlich verliere ich mein Login zur Mieterplattform, über die schlicht alles läuft – von der Info des «Hausmeisters» bis hin zur Buchung des Reinigungsservices und der Behandlung im hauseigenen NiveaFlagshipStore. Total digital war dann aber doch nicht alles. Weil ein virtueller Rundgang durch die Wohnungen über die VulcanoApp nun mal nicht ganz das ultimative emotionale Erlebnis ist, wurde in unmittelbarer Nähe zur Baustelle eine komplett ausgestattete und voll funktionsfähige Musterwohnung im Design von «Vanilla Sky» eingerichtet. Digital war hier nur die Aussicht: Der Blick aus den Fenstern in alle Himmelsrichtungen war eine Projektion aus Drohnenaufnahmen – die perfekte Illusion. Und die Leute kamen in Scharen. 650 Besichtigungstermine wurden wahrgenommen. Sie bewiesen vor allem eins: Das Interesse an «Urban Living» ist riesig.

Die drei markanten Wohntürme der Überbauung «Vulcano» setzen in Zürich Altstetten nicht nur optisch Massstäbe: Hier hat die Zukunft urbanen Wohnens längst begonnen. Und diese Zukunft ist digital.

Am Puls der Zeit

Das allein überrascht zwar nicht unbedingt, denn «Urban Living» ist einer der Mega-Trends unserer Zeit. Doch die Lage zwischen Gleisen und Autobahn in einem bis dahin wenig angesagten Quartier machte das «Vulcano» anfänglich zu einem doch eher gewagten Projekt. Es sei ein mutiger Entscheid gewesen, meint denn auch Karsten Hell, CEO des Totalunternehmers Steiner AG. Das «Vulcano» profitiere aber von einem dynamischen Umfeld und leiste gleichzeitig einen Beitrag dazu, die Attraktivität des mittlerweile zum Trendquartier avancierten Zürich Altstetten zu steigern. Schon von seiner Architektur her braucht sich das «Vulcano» nicht zu verstecken. Kann es auch nicht: 80 Meter hoch wachsen die drei Türme mit ihren 26 Stockwerken stylish-schwarz in den Zürcher Vorstadthimmel. Elegant miteinander verbunden durch einen attraktiven Sockelbau, in dem sich unterschiedliche Dienstleister eingemietet haben; er bietet damit so etwas wie den öffentlichen Raum. Riesige Vordächer aus Glas überspannen dabei elegant zwei Hofbereiche, die dadurch geradezu wohnlich wirken und zum Verweilen einladen. Zwischen den Türmen befinden sich im Sockelbereich ausserdem Durchgänge, über die man zur Rückseite des «Vulcano» gelangt. Hier befinden sich nicht nur die Zugänge zu den Wohnungen, sondern auch eine 5000 Quadratmeter grosse, verspielte Grünzone. Diese Durchlässigkeit hat Konzept und soll unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten eröffnen.

Ein städtebauliches Wahrzeichen

Auch für Dominique Perrault war das «Vulcano» kein gewöhnliches Projekt. Es habe ihm und seinem Team die grossartige Gelegenheit geboten, an der Metamorphose eines ganzen Quartiers mitzuwirken. Denn die Aufgabe bestand darin, ein altes, wenig attraktives Industriegebiet in ein pulsierendes Wohn- und Dienstleistungszentrum umzuwandeln. Dass der renommierte Pariser Architekt hier ein städtebauliches Wahrzeichen setzen durfte, war übrigens der Entscheid einer unabhängigen Jury, in der auch die Stadt Zürich vertreten war. Offensichtlich ein guter Entscheid, denn das «Vulcano» gilt heute als Leuchtturmprojekt und Prestigebau am Puls der Zeit.
Ein Vorzeigeobjekt ist der Hochhauskomplex natürlich auch für Schindler. «Bauten mit 27 Haltestellen gibt es in der Schweiz ja nicht grad wie Sand am Meer», sagt Walter Munz, der das Projekt in Zürich Altstetten betreute. «Hier durften wir unsere technische Kompetenz im Erschliessen von Hochhäusern unter Beweis stellen.» Je zwei Aufzüge pro Turm bedienen die 26-stöckigen Wohnbereiche. Sie bringen die Mieterinnen und Mieter – rein rechnerisch – in gerade mal 40 Sekunden vom Parterre bis unters Dach. Mit weiteren sechs Aufzügen sind die fünf Etagen des Hotels im Sockelbau erschlossen. Mit insgesamt zwölf Aufzügen lassen sich die Verkehrsströme im «Vulcano» bisher problemlos bewältigen.

Und «app» die Post: Über die Vulcano-App wird kommuniziert und die Technik gesteuert.
Total mobil: ÖV-Anbindung und Langsamverkehr sind die grossen Themen urbanen Wohnens.

Jung, urban und technisch affin

So spektakulär das «Vulcano» sein mag: Jedermanns Sache ist es nicht. Die Mieterschaft präsentiert sich nämlich überraschend homogen: Es sind meist junge, urbane, digital affine Menschen, die sich hier wohlfühlen. Was sie verbindet, ist die Freude am unkomplizierten Wohnen. Alles muss schnell, effizient und einfach funktionieren. Wer keine Lust hat, sich einzurichten, mietet sich eines der rund 70 gediegenen Business Apartments im mittleren Turm, zieht mit ein paar Kisten und Koffern ein und beginnt zu wohnen. Es ist ja schon alles da. Nur mit den Familien will es (noch?) nicht so richtig klappen. Trotz Kinderkrippe und Abenteuer-Spielplatz zeigten sie dem «Vulcano» bisher die kalte Schulter: Nicht eine einzige Familie mit Kindern lebt zurzeit in einem der 80-Meter-Türme. Dass dies auch eine Frage des Preises sein könnte, will Erica Martin aber nicht gelten lassen. «Wir sind im Vergleich zu anderen städtischen Wohnungen kaum teurer», sagt sie. Und vermutet eher andere Faktoren wie die fehlende Nähe zu Kindergärten und Schulen als ausschlaggebend.

Restaurant, Wellness, Beauty: Vom Angebot des a-ja Resorts profitieren auch die Mieterinnen und Mieter.

Hotel statt Büros

Nichtsdestotrotz: «Vulcano» ist eine Erfolgsgeschichte, selbst wenn auch sie nicht ganz ohne Umwege verlaufen ist. Ursprünglich geplant als Büro- und Wohnhaus, wurde im letzten Moment umdisponiert. Die Bagger waren längst aufgefahren, die Aushubarbeiten in vollem Gange, als sich die Bauherrschaft dazu entschied, in den fünf Stockwerken im Sockelbau ein Hotel unterzubringen. Nun residiert hier das a-ja City Resort, mit 319 Zimmern notabene eines der grössten Schweizer Hotels überhaupt. Es verspricht «Feriengefühl mitten in der Stadt». Dass man die junge, norddeutsche Hotelkette hierzulande kaum kennt, war gerade eins der Kriterien, warum man sich für sie entschied. «Es ist das erste a-ja-Hotel ausserhalb von Deutschland und das erste in einer Stadt, was eine gewisse Exklusivität garantiert», sagt Erica Martin, «und das Konzept war einfach überzeugend.» So verfügt das Hotel über alle Annehmlichkeiten (die von den Vulcano-Bewohnern vergünstigt genutzt werden können), setzt auf gesundes Essen, beherbergt das erste Nivea-Haus der Schweiz und kostet nicht die Welt. Kommuniziert wird hier ... natürlich über die a-ja-App.

Eine Frage der Mobilität

190 Tiefgaragenplätze für ein Hotel mit 300 Zimmern und 300 Wohnungen? Passt schon! Denn das Mobilitätsbedürfnis der Vulcano-Mieterschaft beruht nicht auf einem eigenen Auto und einem Parkplatz im Haus. ÖV-Anschlüsse vor der Haustür, eine Zweiradgarage mit 700 Plätzen und abschliessbaren Boxen fürs Laden der E-Bike-Batterie sowie Mobility-Autos vor der Haustür: Das sind die Garanten für absolute Mobilität. Vor allem bei jungen, urbanen und umweltbewussten Menschen. Besonders geschätzt haben sie denn auch die Mitgliedschaft beim Carsharing-Unternehmen Mobility: ein Geschenk der Eigentümerin an alle Vulcano-Mieterinnen und Mieter.

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