Anschub für effizientere Aufzüge

Mit ProEleva fördert der Bund die energetische Sanierung alter Aufzüge. Schindler ist Technologiepartner des Programms.

Wer einen alten Aufzug modernisiert, senkt dessen Stromverbrauch um bis zu 50 Prozent. Möglich wird das, indem man Beleuchtung, Steuerung und Türantrieb optimiert sowie moderne Antriebstechnologien und Rekuperatoren einbaut. Doch sind solche Massnahmen – verglichen mit einer Minimallösung – kostenintensiver. Daher fördert sie der Bund nun mit dem Programm ProEleva. Diese finanzielle Motivationsspritze macht, zusammen mit der Stromersparnis, eine energetische Aufzugsmodernisierung jetzt besonders attraktiv. Die Gelder für ProEleva stammen aus dem nationalen Förderprogramm ProKilowatt. Dieses wird durch den schweizweiten Netzzuschlag von 2,3 Rappen pro Kilowattstunde geäufnet. Für ProEleva stehen bis ins Jahr 2021 über 400'000 Franken zur Verfügung. «Wir sind zuversichtlich, dass wir ProEleva danach weiterführen können», sagt Adrian Zimmermann von Enerprice. Das Unternehmen entwickelt und verwaltet im Auftrag des Bundes Förderprogramme. «Es zählt, wie viele Kilowattstunden Strom man mit den Fördergeldern einsparen kann», erklärt Adrian Zimmermann. Insgesamt liesse sich durch ProEleva der Stromverbrauch um über 17 Gigawattstunden senken.

Wissen vom Aufzugshersteller

Ohne Technologiepartner wäre ProEleva nicht zustande gekommen. «Wir sind auf Fachwissen angewiesen und müssen mit Firmen zusammenarbeiten, die direkten Kontakt zu den Endkunden haben», so Adrian Zimmermann. In Kooperation mit Schindler entstand ein Softwaretool, mit dem sich die Stromersparnis der einzelnen Modernisierungsmassnahmen berechnen lässt. «Daraus ergibt sich dann der Förderbetrag», erklärt Marcel Ackermann, Manager Product Marketing bei Schindler. Er war massgeblich an der Entwicklung des Softwaretools beteiligt und begleitet das Projekt. «Mit der Software können wir zudem verschiedene Modernisierungsszenarien durchrechnen und für unsere Kunden gut verständlich darstellen. Basierend darauf lassen sich dann diejenigen Massnahmen finden, die ihnen am meisten nützen», sagt Marcel Ackermann.

Für Kunden kein Aufwand

ProEleva wird nun Teil der Kundenberatung sein. «Es ist wichtig, Energieeffizienz zu thematisieren. Das geschieht noch zu wenig», sagt Marcel Ackermann. Denn viele Massnahmen seien nicht nur gut für die Umwelt, sondern würden auch die Betriebskosten spürbar senken. ProEleva fördert Massnahmen, die den Standby-Verbrauch sowie den Fahrtenverbrauch reduzieren. Kunden können dabei wählen, ob sie nur eine oder beide Stossrichtungen berücksichtigen. Marcel Ackermann betont, dass für den Kunden durch die Teilnahme am Programm keine Zusatzaufwände entstünden. «Wir erledigen im Sinne eines Services alle Formalitäten und beantragen im Namen unserer Kunden die Fördergelder.»

«Alte Aufzüge verbrauchen bis zu 90 Prozent ihrer Energie im Standby-Modus.»

Standby-Verbrauch senken

Welche konkreten Massnahmen umfasst ProEleva? Als erstes ist die Reduktion des Standby-Verbrauchs zu nennen. Denn alte Aufzüge verbrauchen bis zu 90 Prozent ihrer Energie im Standby-Modus. Dies, weil Antrieb und Tableaus kontinuierlich unter Spannung stehen, damit der Aufzug stets einsatzbereit ist. Zudem verbrauchen veraltete Kabinenbeleuchtungen deutlich mehr Strom als moderne. Im Zuge einer Aufzugsmodernisierung lässt sich auch eine Standby-Schaltung einbauen. Sie schaltet die Elektronik während der Wartezeiten automatisch ab. Bei hoher Fahrfrequenz kann eine solche Schaltung allerdings kontraproduktiv sein: Technische Komponenten leiden unter häufigem Anund Abschalten und können schneller kaputtgehen. Grundsätzlich immer empfehlenswert ist es, die alte Beleuchtung durch eine neue zu ersetzen: Werden veraltete Halogenlampen durch LED ersetzt, reduziert sich der Strombedarf für die Beleuchtung spürbar. Zudem haben Beleuchtungssysteme mit LED eine bis zu zwanzigmal längere Lebensdauer als veraltete Leuchtmittel. Mit einer Licht-Abschaltautomatik lässt sich ebenfalls Strom sparen. Je niedriger die Fahrtenzahl eines Aufzugs ist, umso wichtiger ist diese Automatik.

Sichere Fahrt mit weniger Verbrauch

Neue, getriebelose Antriebe arbeiten energieeffizient und gewährleisten eine ruhige und sichere Fahrt mit verbesserter Anhaltegenauigkeit. Zudem nutzen sich die Komponenten weniger schnell ab als bei Antrieben mit Getriebe. Ein hoher Wirkungsgrad und eine Frequenzregelung senken den Stromverbrauch für eine Fahrt spürbar. Die technisch aufwendigste Massnahme zur Energieeffizienz ist die Rekuperation – die allerdings bei Neuanlagen zunehmend Standard wird. Während bei herkömmlichen Aufzügen die Bremsenergie verloren geht, lassen sich in rekuperativen Aufzügen durch elektrogeneratorische Bremsen bis zu 40 Prozent der Fahrenergie zurückgewinnen. Ob das wirtschaftlich ist, hängt von der Fahrfrequenz, der Grösse der Last und der Förderhöhe ab.

«Die technisch aufwendigste Massnahme zur Energieeffizienz ist die Rekuperation – die allerdings bei Neuanlagen zunehmend Standard wird.»

Optimal passende Modernisierung

Marcel Ackermann rechnet am Beispiel eines existierenden Auftrags vor: Für eine Baugenossenschaft habe man verschiedene Modernisierungsvarianten geprüft und sich schliesslich für einen Ersatz des Antriebs und der Steuerung sowie für einen neuen Türantrieb und eine neue Beleuchtung entschieden. «Diese Massnahmen fördert ProEleva mit 571 Franken und die berechnete jährliche Stromersparnis beträgt 2079 kWh pro Aufzug. » Bei sechs Aufzügen und einer Lebensdauer von 15 Jahren (gemäss Definition ProKilowatt) ergeben Stromersparnis plus Förderbeiträge die Summe von 40'866 Franken. «Das ist der perfekte Anschub für mehr Energieeffizienz bei Aufzugsmodernisierungen.»

ProEleva: So funktioniert es

ProEleva arbeitet mit Technologiepartnern – ausgewählten Aufzugsherstellern – zusammen. Das Programm unterstützt Effizienzmassnahmen mit Fördergeldern bis zu maximal 30 Prozent der Investitionssummen; der Payback der Investition muss mehr als vier Jahre betragen. Förderberechtigt sind folgenden Massnahmen: Einsatz neuer, effizienterer Antriebstechnologien, Reduktion von Standby-Verbräuchen sowie Nachrüstung von Aufzügen mit Rekuperatoren. Als Technologiepartner von ProEleva stellt Schindler die Anträge auf Fördergelder; für die Kunden bleibt der damit verbundene Aufwand minimal.

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